Winnender Zeitung vom 14. August 2014

 

Von unserem Redaktionsmitglied Uwe Speiser

 

Leutenbach.

Am 22. und 23. August steigt das Dalmstock Open Air. Die Veranstalter, die örtliche Rockinitiative, hofft bei der Gemeindeverwaltung doch noch ein späteres Ende der Musik durchzubringen. Um 23.30 Uhr soll nach derzeitigem Stand Schluss sein. Das sorgt für Frust bei den Organisatoren.

 

Tanja Klatt, Oliver Idler und Julia Mayer verweisen auf die Hocketse. Dass bei der, mitten im Ort, länger gespielt werden darf als beim Open Air ausserhalb des Ortes am Sportplatz können sie nicht nachvollziehen. Der Anlass dass früher Schluss sein soll als in den beiden vergangenen Jahren liegt auf der Hand: Der Ärger mit den Anwohnern, vor allem der Walkmühlenstrasse.

Die Rockinitiative verweist dagegen auf die Hocketse. Sie habe überhaupt nichts gegen diese, wolle keinesfalls dass auch bei der die Musik nur noch bis 23.30 Uhr spielen darf, sozusagen nach unten angeglichen wird, aber wundern dürfe man sich schon. Bei der Hocketse bekämen die Anwohner außerdem schließlich bis tief in die Nacht keine Ruhe, das gelte im übrigen aber auch für andere Stadtfeste wie in Waiblingen oder Backnang. "Wir werden versuchen, Musik bis 24 Uhr hinzubekommen", kündigt Tanja Klatt an.

Kontakt zu den Anwohnern die sich im vergangenen Jahr massiv beschwert hatten habe es keinen gegeben, berichten die Veranstalter. Man sei aber jederzeit offen für Vorschläge und Gespräche. Selbstverständlich seien die Anwohner auch auf dem Festival willkommen.

Was ändert sich ? Es treten weniger Bands auf, das bislang dicht gepackte, eng getakteten Programmwirr damit entzerrt,die Gruppen können länger spielen und es gibt größere  Zeitpuffer für`s Umbauen. "Wenn einer überzogen hat, und das kommt bei einem Live-Open-Air-Konzert nun mal vor, dann hatten die folgenden Gruppen sofort Stress", berichtet Tanja Klatt.

Außerdem geht es an beiden Tagen jeweils eine Stund später los als bislang, also am Freitag um 18 Uhr (Einlass ab 17 Uhr), am Samstag um 17 Uhr (Einlass ab 16 Uhr). Tja, und es gibt dieses Jahr keine Maultaschenweckle. Die Besucher müssen aber nicht verhungern, es gibt Ersatz, wenn auch "nur" die übliche Festivalverpflegung. Wieder gilt ein striktes Glas- und Flaschenverbot, die bewährte professionelle Security ist im Einsatz. Übernachten, Campen vor Ort, am Sportplatz, wird wieder angeboten. Und es gibt wieder ein günstige Kombinate für beide Tage. Das passende Wetter ist ebenfalls bestellt, knapp über 20 Grad, trocken, ein paar Wolken und ein leichtes Lüftchen sollen es sein.

Opener am Freitag ist die Gruppe mit dem passenden Namen "So Far From Home". Sie kommt aus Österreich und ist quasi auf der Durchreise, im Vorfeld der Welttournee im kommenden Jahr, wie die Rockinitiative schmunzelnd berichtet. Supporter sind (in dieser Reihenfolge) "When Prophets Fail" aus dem Raum Ludwigsburg, "Waste Of Time" aus Nellmersbach, Headliner schließlich die Sia-Punk-Gruppe "Die Grüne Welle" aus Ludwigsburg.

Am Samstag ist "Taken From None" aus Winnendne Opener. Es folgen (in dieser Reihenfolge) als Support "Fully Fledged", die Gewinner des "Crazy Chicken"-Wettbewerbs in der Villa Roller aus Waiblingen, "Nippy`s Nipples" aus der ungarischen Partnergemeinde Dunabogdany, "Strangelet" aus Heilbronn, Starter beim "BandBoost-Battle" im LKA Longhorn und Sieger beim Juryentscheid, "Mofakette" aus Stuttgart die 2013 schon dabei waren und die als Ausgleich für den verkürzten Auftritt damals länger spielen dürfen und schließlich als Headliner "Mindert", eine Meterband aus Stuttgart. Das Angebot ist also querbeet von Ska-Punk über Metal bis Harnrock der 80er Jahre.

Wieder Rekordversuch: 129 Gitarrenspieler gesucht

Als "Schmankerl" gibt es erneut einen Gitarrenspielerrekord. Angepeilt wird allerdings kein Weltrekord sonder sozusagen ein "Bahnrekord", also ein Rekord innerhalb des Festivals. Dafür müssten sich am Samstag bis spätestens 21 Uhr mindestens 129 Gitarristen am Festivalgelände einfinden die dan gemeinsam "Smoke On The Water" spielen. Als Belohnung gibt`s für jeden Mitspieler freien Eintritt an diesem Tag. Anmeldung entweder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder ab 17 Uhr vor Ort. 

 

Winnender Zeitung vom 25. August 2014

 

 

Von unserem Mitarbeiter Michael Riedinger

Leutenbach.

So ein Sauwetter lässt den härtesten Rocker frösteln.Und auch wenn es am Samstag nach Unwetterwarnungen zumindest nicht hagelte machte der Schnürlregen dem Dalmstock Open Air schwer zu schaffen: nur 170 Gäste schauten sich zum Abschluss die Metalband Mindead an - und da sowohl die Rockinitiative Leutenbach sich einiges hatte einfallen lassen.

 

Es verdien Respekt wie gelassen Mindead,die Stuttgarter Metalband um den glatzköpfigen Sänger Timo, auf das Fernbleiben ihrer Fans reagierte. Man hätte sicher auch lieber vor mehr Leuten gespielt,geht aber superprofessionell mit der Regen-Reduzierung um. Als stünden sie vor -zigtausenden, so stoisch schütteln die Gitarristen ihre Matten, so kämpferisch knüppelt Drummer Ben Hell auf sein Felle, so grimmig grunzt Timo seine Geisterbahn-Gesänge. Eine Band die immerhin schon ein Album und eine EP auf dem Markt hat. Und die zum Dalmstock Open Air, wo ja eher die härteren Spielarten der Rockmusik gepflegt werden, perfekt passt.

Stilsichere Planung und viele Gäste von außerhalb 

Bei der Planung hat die Rockinitiative Leutenbach ohnehin wieder Stilsicherheit bewiesen.Erneut wurden Musiker aus Wettbewerben wie dem "Crazy Chicken" in der Waiblinger Villa Roller rekrutiert, was der Nachwuchsband Fully Fledged am Freitag zu einem Auftritt verhalf. Einmal mehr bot die Bühne auf dem Dalmstock-Gelände somit mancher regionalen Gruppe die Chance sich einem breiten Publikum vorzustellen, darunter wieder vielen Gästen von außerhalb. Laut Rockinitiative-Vorstand Oliver Idler wurden zudem diesmal 60 Vereine angeschrieben und eingeladen fünf ihrer Mitglieder kostenlost aufs Festivalgelände zu schicken. Aber darauf hätten nur zwei reagiert. Um die örtliche Akzeptanz des überregional bekannten Festivals das die Leutenbacher Jugend seit Jahren verlässlich mitRock, Punk, Ska und Metal versorgt scheint es also nicht allzu gut bestellt. Dabei kriegen es die Veranstalter jedes Jahr hin das Musikevent ohne größere Probleme oder Ärgernisse über die Bühne zu bringen. Auch heuer wurde neben dem Sportplatz s´wieder friedlich gezeltet-von Hartgesottenen die Regen und Temperatur trotzen. Und unter Aufsicht von Veranstalter die Wert darauf lagen dass alles möglichst müllfrei und ordentlich vonstatten geht.Ausserdem gibt sich die Rockinitiative alles andere als rebellisch. Dass diesmal der Strom schon um 23:30 ausgeschaltete wurde hat für keinen Aufschrei gesorgt. "Toll finde wir es zwar nicht dass früher Schluß ist als sonst",so Julia Mayer vom Vorstand, "aber wir konnten es regeln,zum Beispiel mit weniger Zeit für den Umbau zwischen den Auftritten". Sprich: Die Organisation mußte noch straffer, noch disziplinierter ablaufen. Am Freitag spielte als Headliner  "Die Grüne Welle", ein Septett aus Ludwigsburg, einen fröhlich-flotte Show mirt eine ganz eigenen Mischung aus Punk, Ska, Reggea und Rap, von der Band selbst `Skagga` genannt.

Richtig Stimmung kam kam auch am Samstag auf, mit den Publikumslieblingen "Mofakette" aus Stuttgart bei ihrem bislang zweiten Dalmstock-Auftritt.

Eigentlich war`s also trotz des Regen-Fiaskos ein gelungenes Festival, so finden auch Julia Mayer und Oliver Idler. Und es soll auf jeden Fall wieder stattfinden, "wenn uns keine Steine in den Weg gelegt werden" (Idler)

Aber wer sollte dies schon ernsthaft wollen ?

                                                           

 

 

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